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Der hessischen Raumfahrtstrategie fehlt es an einem Bekenntnis zum Besucherzentrum für das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt

Zur heutigen Debatte „Raumfahrt in Hessen stärken, Raumfahrtstandort Hessen sichern“ im Hessischen Landtag, machte der Darmstädter Landtagsabgeordnete Bijan Kaffenberger deutlich:

„Um mehr Sichtbarkeit für den Raumfahrtstandort Hessen zu schaffen, braucht es ein Besucherzentrum für das Europäische Raumflugkontrollzentrum (ESOC) in Darmstadt, das als Teil der Europäischen Weltraumorganisation ESA für den Betrieb der ESA-Satelliten verantwortlich ist. Seit 2011 existiert der Entwurf eines Architekturbüros und seit dem vergangenen Jahr auch eine vom Land geförderte Machbarkeitsstudie, deren Ergebnis aber bis heute nicht vorliegt.“

Kaffenberger forderte eine konsequentere Unterstützung der Landesregierung für den Bau des Besucher- und Kongresszentrums des ESOC, auch über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie hinaus:

„Das ESOC in Darmstadt ist eines der Leuchtturmprojekte europäischer Raumfahrt. Hier arbeiten exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an den Missionen der ESA-Satelliten. Um mehr Menschen über „Europas Tor zum Weltraum“ informieren können und das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern sowie den wissenschaftlichen Austausch unter Expertinnen und Experten stärker fördern zu können, braucht das ESOC ein Besucher- und Kongresszentrum. Die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag unterstütz das Vorhaben der ESA, ein solches Zentrum aufzubauen. Wir erwarten deshalb von der Landesregierung den Bau des Besucher- und Kongresszentrums auch über die Machbarkeitsstudie hinaus zu unterstützen.“, so Bijan Kaffenberger.

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung und Stärkung des Raumfahrtstandorts Darmstadt sei der neue Masterstudiengang „Aerospace-Engineering“ der TU Darmstadt, der zuvor vorhandene Fächer, die für den Studiengang „Maschinenbauingenieur“ konzipiert waren, zusammenfasse.

„Dies weiter auszubauen, ist im Vergleich zu Stuttgart und München, die ebenfalls Studiengänge für Luft- und Raumfahrttechnik anbieten, eine Herausforderung. Insgesamt unterstützen wir als SPD-Fraktion die von der Landesregierung formulierten Ziele einer stärkeren Vernetzung der unterschiedlichen Akteure und Kompetenzen in Wirtschaft und Wissenschaft. Wir vermissen aber konkrete Strategien, wie dies umgesetzt werden soll und vor allem vermissen wir den Willen, dies dann tatsächlich auch zu machen“, so Kaffenberger.

Kaffenberger kritisierte die fehlenden Ambitionen der Landesregierung, Hessen und Darmstadt als Raumfahrtstandort weiterzuentwickeln. Der hessischen Raumfahrtstrategie fehle es an Perspektiven für die Raumfahrt in Darmstadt, die jedoch im Wettbewerb mit anderen Standorten dringend notwendig seien:

„Hessen hat zwar als viertes Bundesland seit dem vergangenen Jahr einen Raumfahrtkoordinator und seit April eine Raumfahrtstrategie, aber das Ziel, eine wirkliche Strategie zu entwickeln, scheint in weiter Ferne. Das vorhandene Konzept ist eher eine Zustandsbeschreibung als eine Zukunftsstrategie.“